| Der
Boden der Tatsachen
Wien-Connections, "Down to Earth": fünf Künstler der
jüngeren Generation in der K
12 Galerie in Bregenz
mh
/ DER
STANDARD, Print-Ausgabe, 6.9.2007
Galerist
Werner Marx, einst selbst Student an der
Angewandten, lässt gelegentlich seine Wien-Connection
spielen. Für "Down to Earth" lud er fünf Künstler
der
jüngeren Generation ein, alle so um die 30.
Christian Eisenberger, Judith Fegerl, Nikolaus
Gansterer, Bernhard Hose und Fabian Seiz stellen je
eines ihrer Objekte aus. Speziell erwähnenswert Die
chinesische Nachtigall von Judith Fegerl und - als
Kontrapunkt dazu - Kino von Fabian Seiz. Letzteres ist
ein knapp mannshoher, grob gezimmerter Turm mit
einem Ausleger, darin ein Loch, das eine "optische
Wahrnehmung erfahrbar" machen soll. Doch solch eine
Sensation stellt sich leider nicht ein, erfahrbar wird
vorwiegend die schlechte Handwerksqualität, die Marx
mit "Arte Povera" entschuldigt.
Ganz das Gegenteil der mechanische
Vogelstimmenimitator der Judith Fegerl. Aus Kurbeln,
Zahnrädern, Motoren, kleinen Blasebälgen und Pfeifen
schuf sie ein technisch anspruchsvolles Wunderwerk,
schön anzuschauen und anzuhören. Auch argumentativ
fischt sie nicht im Trüben. Sie setzt sich in vielen ihrer
Arbeiten mit dem Antagonismus Natur - Maschine
auseinander und nimmt hier konkret Bezug auf ein
Andersen-Märchen. Allein wegen der Chinesischen
Nachtigall lohnt sich ein Besuch.
(mh / DER
STANDARD, Print-Ausgabe, 6.9.2007)
K12 Galerie Kirchstr. 12, A-6900 Bregenz. Bis 15. 9., www.k12galerie.at
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