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Ausstellungskritik Kunst
Raum Niederösterreich: Profiler von Karl Vogd
Mit der ersten Ausstellung "Profiler" wird der Schauraum in Wien diesem Anspruch durchaus gerecht. Sieben KünstlerInnen, alle zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt, haben sich die Aufgabe gestellt, Aspekte der Identität des Bundeslandes Niederösterreich aufzuspüren. Wie gute Ermittler beweisen dabei viel Spürsinn und Geschick. Besonders überzeugend ist eine Arbeit des gebürtigen Vorarlbergers Stephan Lugbauer. Unübersehbar dokumentiert ein überdimensionaler "Life Size"-Photoprint den Brauch des Hochzeitsschießens. Um noch mehr Atmosphäre zu schaffen, wurde sogar eine Gaskanone in der Art eines Flak-Geschützes konstruiert und vor der großformatigen Aufnahme positioniert. Eine beigefügte Videosequenz macht den Sinn des Ganzen erst so richtig deutlich. Vor der Braut in Weiß wird das Geschütz zu einem phallischen Monstrum. Eine geistreiche Anspielung ist auch eine winzige Latexskulptur der in Niederösterreich lebenden Pariserin Elise Mougin. Das Objekt ist nämlich eine Neo-Venus von Willendorf, deren Kopf gewissermaßen im Körper versinkt. "Capital Caput" lautet der Titel des Torsos, der auf die im Körper Niederösterreichs eingeschlossene Bundeshauptstadt anspielt. Eine originelle Annäherung an die emotionale Befindlichkeit so mancher Niederösterreicher ist der aus Kaltenleutgeben stammenden Judith Fegerl mit ihrer Installation "Nest" gelungen. Sie hat Infrarotlampen, wie sie bei der Kükenaufzucht verwendet werden, an der Decke montiert. Dass die von den Lampen ausgehende Wärme bald unangenehm wird, spürt man erst, wenn man unter den Strahlern durchgeht. Zu viel Geborgenheit kann auch erdrücken - diese Erfahrung wird hier für jeden nachvollziehbar.
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